Seltsame Nachrichten
Immer wieder wird damit geworben, dass sich Menschen diverse Gegenstände auf Pump kaufen können. "Pump" klingt zwar nicht sonderlich toll, umfasst allerdings die Gesamtheit dessen, worauf ich abziele, sehr gut. Es geht mir darum, dass viele Mitbürger sich Dinge kaufen, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können und dafür eben Schulden in Kauf nehmen. Dass sich das negativ auswirkt, wird an den statistischen Zahlen klar, die ich eben im Radio hörte: Im Bundesland Bremen ist jeder achte Bürger überschuldet. In Sachsen war es – oh, jetzt muss ich mit gefährlichem Halbwissen argumentierten – ich glaube jeder 15. Bürger oder so. Jedenfalls weit weniger Menschen. Dass die Statistik hinkt, ist mir auch klar: Bremen hat weniger Einwohner und diese sind im Durchschnitt auch sicher jünger und finanziell liquider, was die Verschuldung vorantreibt. Aber dennoch: Es bleibt die Frage, warum das so ist(?). – Ich meine, ich kaufe mir doch auch nicht Faltstores und Plissees in Raten, nur weil ich mir die teuersten Designer-Vorhänge ins Haus holen möchte. (Die gut geschnittenen vom Plissee Fachhändler gefallen mir eh besser.)
Mein ehemaliger Professor für Wirtschaftsrecht meinte mal, dass Schulden etwas wichtiges seien: wenn nämlich jemand, der eine tolle Geschäftsidee hat, einen Betrieb aufbauen möchte, benötigt er Geld. Das leiht er sich von der Bank, die auf seine Rückzahlungsbeträge Zinsen erhebt. Wenn alles gut läuft, gewinnen beide. Dumm nur, dass nicht nur Banken dieses System haben und nicht jeder etwas kaufen bzw. aufbauen möchte, dass Gewinne bringt.
Ich wäre also dafür, dass man wieder eine biedere Struktur in unserer Gesellschaft integriert, die den Menschen verdeutlicht, dass man nichts ausgeben kann, was man nicht hat. Oder die Betriebe machen es mal so, dass sie weniger leichtfertig Ratenzahlungen zulassen. . . . Andererseits: Wenn es keine Schulden mehr gibt, hat Peter Zwegat keinen Job mehr. Und das wäre schade. Ich sehe den nämlich gern.